Regenwassernutzung im Garten selbst installieren
Regenwasser ist für viele Gartenpflanzen besser verträglich als kalkhaltiges Leitungswasser und senkt zugleich den Trinkwasserverbrauch. Mit einer Regentonne, einem Fallrohrsammler und passenden Anschlüssen können Sie eine einfache Anlage selbst installieren. Wer etwas mehr speichern oder mehrere Entnahmestellen versorgen möchte, plant von Beginn an mit ausreichend Volumen und einer sicheren Überlaufmöglichkeit.
Eine passende Anlage beginnt mit der richtigen Planung
Bevor Sie Material kaufen, sollten Sie den Standort und Ihren tatsächlichen Wasserbedarf einschätzen. Eine kleine Regentonne mit 200 bis 300 Litern reicht für Balkonpflanzen, einzelne Beete oder gelegentliches Gießen. Für einen größeren Garten sind 500 bis 1.000 Liter oft sinnvoller. Mehrere miteinander verbundene Tonnen bieten sich an, wenn Sie wenig Platz haben, aber die Speicherkapazität erhöhen möchten.
Als Standort eignet sich eine Fläche direkt neben einem Fallrohr. Der Untergrund muss eben, tragfähig und frostsicher sein. Eine gefüllte 500-Liter-Tonne wiegt inklusive Behälter deutlich über eine halbe Tonne. Stellen Sie sie daher auf Betonplatten, einen stabilen Sockel oder ein sorgfältig verdichtetes Kiesbett.
Berücksichtigen Sie auch diese Punkte:
- Das Fallrohr sollte gut zugänglich sein.
- Der Auslaufhahn muss hoch genug sitzen, damit eine Gießkanne darunter passt.
- Ein Deckel schützt vor Laub, Insekten und Licht.
- Der Überlauf darf weder Hauswand noch Nachbargrundstück gefährden.
- Im Winter sollte sich der Behälter vollständig entleeren lassen.
Wenn Sie Ihre Gartenflächen insgesamt wassersparend gestalten möchten, finden Sie unter Den Garten pflegeleicht und schön gestalten weitere Anregungen zu Bepflanzung, Mulch und pflegearmen Bereichen.
Diese Materialien brauchen Sie für die Montage
Für eine klassische Regentonnenanlage benötigen Sie nur wenige Bauteile. Achten Sie darauf, dass Durchmesser und Systemteile zu Ihrem vorhandenen Fallrohr passen. Viele Regensammler sind für Rohre mit 70 bis 100 Millimetern Durchmesser ausgelegt.
Die Grundausstattung für eine Regentonne
Sie benötigen in der Regel:
- eine Regentonne oder einen geschlossenen Regenwassertank,
- einen Regensammler mit Filter und Überlaufstopp,
- einen Auslaufhahn,
- eine Schlauchverbindung oder ein Anschlussstück,
- einen stabilen Untergrund,
- eine Bohrmaschine mit passender Lochsäge,
- eine Wasserwaage, einen Stift und eventuell Dichtmasse.
Ein Regensammler mit automatischem Überlaufstopp ist besonders praktisch. Ist die Tonne gefüllt, wird kein weiteres Wasser in den Behälter geleitet. Das Regenwasser fließt dann wie gewohnt durch das Fallrohr in die Kanalisation oder Versickerung. So vermeiden Sie Überlaufen bei Starkregen.
Für die Bewässerung größerer Flächen kann eine Tauchdruckpumpe sinnvoll sein. Sie erzeugt genug Druck für einen Gartenschlauch oder einen Rasensprenger. Verwenden Sie elektrische Geräte im Außenbereich ausschließlich mit geeigneten Steckdosen, Fehlerstromschutzschalter und wetterfesten Verbindungen.
So schließen Sie die Regentonne sicher an das Fallrohr an
Stellen Sie die Tonne zunächst auf ihren endgültigen Platz und kontrollieren Sie mit der Wasserwaage, ob sie gerade steht. Montieren Sie den Auslaufhahn, bevor der Tank gefüllt wird. Bei vielen Modellen ist die Öffnung bereits vorbereitet. Falls nicht, bohren Sie das Loch entsprechend der Herstellerangaben und setzen die Dichtung sorgfältig ein.
Danach markieren Sie am Fallrohr die Höhe des Regensammlers. Sie richtet sich nach der Anschlussöffnung der Tonne. Der Verbindungsschlauch sollte leicht abfallen und weder geknickt noch unter Spannung stehen.
Der Einbau gelingt in wenigen Schritten
- Messen Sie die gewünschte Einbauhöhe am Fallrohr aus.
- Markieren Sie die Schnittstelle gemäß Anleitung des Regensammlers.
- Sägen Sie das Rohrstück sauber heraus.
- Setzen Sie den Regensammler ein und prüfen Sie den festen Sitz.
- Verbinden Sie Sammler und Tonne mit dem Schlauch.
- Öffnen Sie den Zulauf und testen Sie die Anlage mit Wasser.
Achten Sie auf einen dichten Anschluss an allen Verbindungsstellen. Tropft es am Schlauch oder am Hahn, sitzt meist eine Dichtung nicht korrekt oder eine Verschraubung wurde zu locker angezogen. Ziehen Sie Kunststoffgewinde nur handfest an, da zu hoher Druck Risse verursachen kann.
Ein feinmaschiger Filter im Sammler hält Blätter, Moos und groben Schmutz zurück. Reinigen Sie ihn während der Laubsaison regelmäßig. Stehendes Wasser bleibt sauberer, wenn der Tank lichtundurchlässig ist und dauerhaft geschlossen bleibt.
Mit Überlauf und Pumpe nutzen Sie das Wasser komfortabler
Bei langen Regenphasen kann selbst ein großer Tank schnell voll sein. Planen Sie deshalb den Überlauf direkt mit ein. Viele Regentonnen besitzen oben eine Anschlussöffnung, über die Sie einen Schlauch zu einer zweiten Tonne führen können. Die zweite Tonne sollte etwas tiefer stehen oder über einen passenden Verbinder angeschlossen werden.
Alternativ leiten Sie überschüssiges Wasser in eine Versickerungsfläche, ein Kiesbeet oder eine Mulde. Das Wasser sollte nicht unmittelbar am Haus versickern, um Feuchtigkeit am Fundament zu vermeiden. Prüfen Sie bei umfangreicheren Lösungen die örtlichen Vorgaben, besonders wenn Sie Regenwasser dauerhaft auf dem Grundstück versickern lassen möchten.
Für Beete, Hecken und Rasen erleichtert eine Pumpe die Nutzung erheblich. Eine Tauchdruckpumpe mit Trockenlaufschutz schaltet sich ab, wenn der Wasserstand zu niedrig ist. Damit schützen Sie das Gerät und vermeiden unnötigen Verschleiß. Verwenden Sie Regenwasser im Garten für Gießkanne, Schlauch und Bewässerungssystem, jedoch nicht ohne geeignete Aufbereitung als Trinkwasser.
Falls Sie zusätzlich einen Pool planen, lohnt sich eine getrennte Betrachtung der Wassermenge und Pflegeanforderungen. Hinweise zur Auswahl finden Sie unter Welcher Pool für den Garten passt zu meinen Ansprüchen?.
Regelmäßige Pflege erhält die Anlage über viele Jahre
Kontrollieren Sie Filter, Schlauchanschlüsse und Deckel mehrmals im Jahr. Entfernen Sie Laub und Ablagerungen, bevor sie in die Tonne gelangen. Einmal jährlich empfiehlt sich eine gründliche Reinigung des leeren Behälters mit Wasser und einer weichen Bürste.
Vor dem ersten Frost schließen Sie den Zulauf, entleeren die Tonne vollständig und öffnen den Hahn. Viele Kunststofftonnen können draußen stehen bleiben, wenn sie leer und offen sind. Beachten Sie dennoch die Hinweise des Herstellers, da Material und Bauweise unterschiedlich ausfallen.
Die wichtigsten Punkte für Ihre eigene Regenwassernutzung:
- Wählen Sie das Tankvolumen passend zur Gartenfläche und Dachgröße.
- Stellen Sie den Behälter auf einen ebenen, tragfähigen Untergrund.
- Nutzen Sie einen Regensammler mit Filter und Überlaufstopp.
- Planen Sie einen sicheren Überlauf für Starkregen.
- Reinigen Sie Filter und Tank regelmäßig.
- Entleeren Sie die Anlage rechtzeitig vor Frost.
Mit einer sauber montierten Regenwasseranlage steht Ihnen bei Niederschlag eine kostenlose Reserve für die Gartenbewässerung zur Verfügung. Bereits eine einzelne Tonne kann den Alltag im Garten spürbar erleichtern und den Verbrauch von Leitungswasser reduzieren.